hey there! long time, i know. i hope you're all good. today i have a special post. it's the first interview i've ever done apart from university. but this time its not about socially marginalised people or demogrphic surveillances. it's about music. bass music! i'm happy to announce my interview with guy us who is a great dj, a vinyl lover and - last but not least - a great dude!
sorry the interview is in german.
Boom Town: Hallo Guy Us, wie war dein Gig an der Fusion?
Guy Us: Es war eine tolle Erfahrung. Ich habe wohl noch nie auf so einer krassen Anlage gespielt. Ich spielte
von 09:00 bis 11:00, resp. am Morgen nach der Eröffnung. Das war ganz lustig, da einige Leute gerade aufgestanden sind und andere schon die ganze Nacht durchgefeiert haben. Nach einer Stunde Spielzeit fiel jedoch der Strom für 5 Minuten
aus. Diese Zeit war für mich eine gefühlte halbe Stunde. Aber es war cool! War
auch toll, wiedermal im Ausland zu spielen.
BT: Was hältst du vom Auflegen im
Festival–Kontext?
Guy: Ich bin der Meinung, dass man bei
Festivals musikalisch breiter fahren kann als im Club. Das Publikum ist
vielfältiger und es werden verschiedene Musikstile auf derselben Bühne
gespielt. Am Schluss meines Sets spielte ich sogar noch Jungle.
BT: Jetzt kommt die olle Frage: Wie hast
du mit dem Auflegen angefangen?
Guy: Das war im Jahre 2000, da fing ich an,
dank Napster und Audiogalaxy, vor allem elektronische Musik zu sammeln. Ich ging auch schon früh an
Drumm & Bass Partys und kaufte mir Decks und Platten. Bald wollte ich selber mehr öffentlich auftreten und
fing an, Partys zu organisieren. Damit fingen wir dann beim Zoll Otterbach
an.
BT: Du bist ja seit 5 Jahren beim OK der
Jungle Street Groove, die ja ursprünglich mal eine Demostration
gegen die Atomversuche von Jacques Chirac war. Was sind da eure Ziele und was sind dabei die
Herausforderungen?
Guy: Wir wollen die Veranstaltung so
weiterführen wie sie jetzt ist. Das heisst, Jungle Street Groove soll weiterhin eine
unkommerzielle Plattform für Djs aus der ganzen Schweiz sein, bei der die
musikalische Ausrichtung ziemlich breit angelegt ist. Es ist eine Parade im Zeichen
elektronischer Musik und Subkultur. Wir wollen auch nicht, dass das Ganze zu
offiziell wird, sondern, dass dieser Freestyle-Touch erhalten bleibt.
Das Problem ist, dass wir mit immer
strengeren Auflagen zu kämpfen haben, die mit massiven Kosten verbunden sind.
Wir können diesmal nicht über die Wettsteinbrücke, dafür haben wir eine längere
Route herausgeholt als beim BOTS 2011 (Solitude – Kaserne, BT).
BT: Du hast dich ja Schweizweit
innerhalb des Postdubstep–Bassmusik Bereichs zu einer – sagen wir mal –
wichtigen Referenz entwickelt. Du spielst in der ganzen Schweiz und
organisierst Partys im Cabaret in Zürich. Kannst du mir erklären, wie es soweit
kam?
Ich denke, dass das unter Anderem auf die
Entwicklung bestimmter Bereiche der Clubmusik während der letzten paar Jahren zurückzuführen ist. Aus dem Dubstep-Umfeld entstand eine sehr offene Musikszene. Zahlreiche ehemalige Dubstep-produzenten bewegen sich heute um die 130 bpm und decken dabei alles mögliche ab.
Gleichzeitig wurden auch bei anderen Genres die Grenzen unklarer. Auch Hip Hop ist zum Beispiel elektronischer geworden. Man kann also eine Art Konvergenz beobachten.
Gleichzeitig wurden auch bei anderen Genres die Grenzen unklarer. Auch Hip Hop ist zum Beispiel elektronischer geworden. Man kann also eine Art Konvergenz beobachten.
Dadurch ergab sich auch für mich beim Auflegen eine neue Situation: Plötzlich spiele ich mit Leuten wie dir oder den Goldfinger
Brothers, die ja ursprünglich vom Hip Hop kommen, oder mit Leuten aus der Electronica-Ecke oder mit House/Techno DJs an derselben Nacht. Bassmusik
bildet so was wie eine Schnittmenge von verschiedensten Stilen und hat dadurch enorm viel Potenzial. Das Ganze ist
aber auch nicht mehr so frisch, da mittlerweile auch dort sehr viel kopiert
wird.
BT: Erzähl uns über deine Entwicklung vom D&B- hin zum Dubstep, resp. Post-Dubstep-Dj
BT: Erzähl uns über deine Entwicklung vom D&B- hin zum Dubstep, resp. Post-Dubstep-Dj
Guy: Stagnation war auch der Grund, wieso ich
mich von D&B entfernte: Irgenwann klang alles relativ ähnlich. Deshalb habe ich
mich 2005 nach einem anderen Sound umgesehen. Im Plattfon, den ich für einen
der besten Plattenläden der Schweiz halte, bin ich auf Labels wie Tempa und Planet Mu gestossen.
Das faszinierende an der frühen Dubstep-Szene war die enorme musikalische offenheit. Was heute unter "Bass Music" verstanden wird, ist für mich sozusagen die logische Fortsetzung von Dubstep und Grime usw.
Ein weiterer Grund dafür, dass ich schweizweit viel auflege ist, dass sich am Anfang jeder, der dabei war, irgendwie kannte. Es gab ja nur eine Handvoll Leute, die diesen Sound auflegten. Mit einigen die heute noch aktiv sind lege ich oft auf.
BT: Welcher ist dein Lieblingsclub?
Guy: Das Cabaret. Dort mache ich ja mit new.com die dub ex machina serie. Es gibt viele Orte, an denen ich gerne auflege (z.b palace, südpol, hirscheneck, reitschule etc). Am wichtigsten ist mir, dass die Anlage genug Druck hat, und die Leute wegen der Musik kommen.
BT: Danke!
check guy us
partys:
on friday, 27. @ Garage: ça claque
on friday, September 28. @ cabaret (zh) with addison groove // www.dubexmachina.ch
on the web:
http://soundcloud.com/guyus




